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Geschichte des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales

Die Vorgeschichte des heutigen Ministeriums für Arbeit und Soziales reicht zurück ins 19 Jahrhundert. Während der Revolution 1848 fordern Arbeiter erstmals ein eigenes Ministerium, welches ihre Rechte schützen solle. Die Forderung wird allerdings ebenso wenig umgesetzt wie die von der Nationalversammlung entworfene Reichsverfassung.

In den Staaten des Deutschen Bundes (1815–1866) sind für "soziale Angelegenheiten" jeweils die Behörden bzw. Ministerien für die innere Verwaltung zuständig. Auch nach der Reichsgründung (1871) ändert sich dies nicht. Das Reichskanzleramt, für die innere Verwaltung zuständig, bearbeitet die sozialen Angelegenheiten. 1878 wird eine Reichskanzlei als Zentralbüro des Reichskanzlers eingerichtet. Das bisherige Reichskanzleramt erhält ab 1879 die Bezeichnung "Reichsamt des Innern". 1880 wird die Abteilung für "Handel und Gewerbe" gebildet, zuständig u.a. für die Sozialversicherungsgesetze und den Arbeitsschutz. Ab 1917 sind diese Aufgabenbereiche dem neugeschaffenen Reichswirtschaftsamt zugeordnet.

Im Zuge einer Verfassungsreform und der Bildung einer einer parlamentarisch legitimierten Regierung wird am 4. Oktober 1918 das Reichsarbeitsamt unter Leitung des der SPD-Reichstagsfraktion angehörenden Staatssekretär Gustav Bauer gebildet. Es ist zuständig für die Sozialversicherung, den Arbeitsschutz, Arbeitsmarkt und die Wohlfahrtspflege.

Mit Gründung der Weimarer Republik 1919 wird das Reichsarbeitsamt wie alle anderen zentralen Reichsämter umbenannt: es fungiert nunmehr als Reichsarbeitsministerium. Geleitet wird es vom Reichsarbeitsminister. Der Sozialstaat wird zunächst weiter ausgebaut, 1927 als vierte Säule der Sozialversicherung die Arbeitslosenversicherung eingeführt. Mit Beginn der Weltwirtschaftskrise 1929 werden viele Leistungen jedoch wieder eingeschränkt.

In der Diktatur des Nationalsozialismus hat das Reichsarbeitsministerium zwar weiterhin Bestand, verliert aber gegenüber NS-Institutionen wie der Deutschen Arbeitsfront und der NS-Volkswohlfahrt an Bedeutung.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs entsteht in der sowjetischen Besatzungszone die Zentralverwaltung für Arbeit, welche die Einführung der Planwirtschaft vorbereitet. In den westlichen Besatzungszonen übernehmen die Landesministerien die Aufgaben des früheren Reichsministeriums. Mit Errichtung der Bizone, dem wirtschaftlichen Zusammenschluss der US-amerikanischen und der britischen Besatzungszonen, wird auch eine gemeinsame Verwaltung für Arbeit eingerichtet.

Nach der Gründung der Bundesrepublik und dem Inkrafttreten des Grundgesetzes nimmt das neue Bundesarbeitsministerium in Bonn seine Arbeit auf.

Es ist in folgende Abteilungen unterteilt:
Abteilung I Verwaltung, Internationale Sozialpolitik, Statistik, Arbeits- und Sozialmedizin
Abteilung II Arbeitsvermittlung, Berufsberatung, Arbeitslosenversicherung
Abteilung III Arbeitsrecht, Arbeitsschutz, Gewerbeaufsicht
Abteilung IV Sozialversicherung und Kriegsopferversorgung

Eine neue Abteilung V widmet sich ab 1955 den Bereichen Arbeits- und Sozialmedizin sowie der Kriegsopferversorgung. 1957 erhält das Ministerium weitere Aufgaben und heißt fortan Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung.

Mit den Regierungswechseln verändern sich immer wieder Teilaufgaben des Ministeriums, die Kernaufgaben bleiben aber unverändert. Erst 1991 gibt das Ministerium die Zuständigkeit für die Krankenversicherung an das Bundesgesundheitsministerium ab.
Nach der Wiedervereinigung 1990 gestaltet das Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung ein einheitliches System der sozialen Sicherung für das erweiterte Bundesgebiet.

2001 bezieht das Ministerium seinen neuen Hauptdienstsitz in der Berliner Wilhelmstraße 49. Ein zweiter Sitz in Bonn bleibt bestehen.

Von 2002 bis 2005 werden die Kompetenzen des Bundesministeriums für Arbeit und Sozialordnung auf das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit und das Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung aufgeteilt.

Diese Teilung wird mit der Einrichtung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales 2005 wieder aufgehoben.

Das Ministerium ist seit 2011 wie folgt gegliedert:

Leitung
Die Ministerin
Zwei parlamentarische Staatssekretäre
Zwei (beamtete) Staatssekretäre
Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen
Bundeswahlbeauftragter für die Sozialversicherungswahlen

Die Abteilungen
Abteilung Z: Personal, Haushalt, Organisation

Abteilung I: Grundsatzfragen, Zukunft des Sozialstaates, Innovation und Information

Abteilung II: Arbeitsmarktpolitik, Ausländerbeschäftigung, Arbeitslosenversicherung, Grundsicherung für Arbeitsuchende

Abteilung III: Arbeitsrecht, Arbeitsschutz

Abteilung IV: Sozialversicherung, Rentenversicherung, Sozialgesetzbuch

Abteilung V: Belange behinderter Menschen, Rehabilitation

Abteilung VI: Europäische und Internationale Beschäftigungs- und Sozialpolitik, Europäische Sozialfonds ESF

- Zum Abschnitt Geschichte des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales im Audiorundgang durch die Dauerausstellung
- Informationen über das Ministerium auf der Website des BMAS
- Begrüßung (Gebärdenfilm zur Ausstellung in Berlin)
- Geschichte des Ortes 1700 – 1918 (Gebärdenfilm zur Ausstellung in Berlin)
- Geschichte des Ortes 1918 – 1945 (Gebärdenfilm zur Ausstellung in Berlin)
- Geschichte des Ortes ab 1945 (Gebärdenfilm zur Ausstellung in Berlin)
- Geschichte des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales 1848-2008, Teil 1 (Gebärdenfilm zur Ausstellung in Berlin)
- Geschichte des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales 1848-2008, Teil 2 (Gebärdenfilm zur Ausstellung in Berlin)
- Die Geschichte des Dienstsitzes des BMAS in Berlin (Gebärdenfilm zur Ausstellung in Berlin)

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Gebäude des Reichsarbeitsministeriums in der Invalidenstraße, heute Sitz des Bundeswirtschaftsministeriums.
© Bundesarchiv, Bild 146-1968-096-10

Richtfest am 2. Juli 1999. Richtfest am 2. Juli 1999.
© ullstein bild / Mrotzkowski

Haupteingang des Berliner Amtssitzes des Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Wilhelmstraße 49, 2000.
© Stefan Müller