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Soziale Situation der Frau

Bis weit ins 20. Jahrhundert gilt es als primäre Aufgabe der Frau, Kinder zu gebären und zu erziehen. Zwar sind Frauen in Haus- und Landwirtschaft schon lange tätig. Mit Beginn der Industrialisierung werden Frauen aber immer häufiger in Fabriken als Arbeiterinnen beschäftigt, wobei sie schlechter bezahlt werden als männliche Arbeiter.

Im 19. Jahrhundert entsteht die Frauenbewegung, die gleiche Rechte für Frauen einfordert. Dazu gehören das Wahlrecht, das Recht auf Erwerbsarbeit sowie das Recht auf Bildung. Das Wahlrecht wird erst mit der Novemberrevolution von 1918 verwirklicht. Die Wahl zur deutschen Nationalversammlung ist die erste, bei welcher Frauen gleiches Stimmrecht erhalten wie Männer.

Den Errungenschaften der Weimarer Republik folgen Rückschläge durch die Nationalsozialisten. Das „Mutterkreuz“ als scheinbare Wertschätzung von Frauen ist mit der rassistischen Ideologie verbunden und dient als bevölkerungspolitische Maßnahme, um die Geburtenrate zu erhöhen. Andererseits werden Frauen aus dem öffentlichen Leben verdrängt, so wird ihnen das passive Wahlrecht entzogen. Hinsichtlich des Frauenbildes gehen Anspruch und Wirklichkeit im Nationalsozialismus auseinander. Schon ab 1936 herrscht durch Kriegsvorbereitungen Arbeitskräftemangel, sodass Frauen, wie bereits während des Ersten Weltkriegs, in der Rüstungsindustrie beschäftigt werden.

Das Grundgesetz der Bundesrepublik schreibt die Gleichberechtigung von Mann und Frau fest. Diese umzusetzen ist allerdings ein andauernder Prozess. Die Rolle der Frau in der Gesellschaft ändert sich. Frauen können alleine leben, in Partnerschaft mit einem Mann oder einer Frau, mit oder ohne Kinder, die ihre leiblichen sein können oder nicht. Obwohl die Rollen heute nicht mehr so streng getrennt werden wie früher, sind die Aufgaben in den meisten Familien immer noch nach den Geschlechtern verteilt. Bis heute sind es allerdings in der Mehrheit Mütter, die die Verantwortung für die Kindererziehung übernehmen. Die Betreuung von Kindern außerhalb der Familie ist in Deutschland unterschiedlich stark akzeptiert und verbreitet.

- Zum Dokument Soziale Situation der Frau 1830-1930 im Audiorundgang durch die Dauerausstellung
- Thema Gleichstellung auf der Website des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
- Informationen über wirksame Hilfe für Alleinerziehende auf der Website des BMAS
- Informationen auf der Website des Europäischen Sozialfonds
- BMAS-Broschüre "Alleinerziehende unterstützen - Fachkräfte gewinnen"
- Infoblatt Sozialgeschichte: "Die Rolle der Frau vom 19. Jahrhundert bis heute" bestellen oder herunterladen
- Die soziale Situation der Frau 1830 bis 1930 (Gebärdenfilm zur Ausstellung in Berlin)

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Ärztin bei der Operation mit einem Kolleg junger Medizinerinnen, 1910.
© ullstein bild

Anteil weiblicher Abgeordneter im Deutschen Parlament in Prozent. Die Zahlen von 1919 bis 1933 beziehen sich auf den Reichstag der Weimarer Republik, die Zahlen nach 1949 beziehen sich auf den Bundestag.
Quelle: Für 1919-1933: Mechtild Fülles, Frauen in Partei und Parlament, Köln 1969, S. 122. Die Angaben für die Zeit von 1949 bis heute stammen aus dem Datenhandbuch des Deutschen Bundestages.

Junge Familie, 1969. Junge Familie, 1969.
© SZ-Photo / Strothjohann R.

Anteil der erwerbstätigen Frauen in Prozent.

Rekrutinnen und Rekruten, 2000. Rekrutinnen und Rekruten, 2000.
© ullstein bild / vario-press