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Die "Goldenen Zwanziger Jahre" (1924-1929)

Dem Krisenjahr 1923 folgt eine kurze Zeit wirtschaftlicher Erholung, die vielen in der Rückschau verklärend als "golden" erscheint. Aufgeschobene sozialpolitische Reformen können nun wieder vorangetrieben werden. Mit der Reichsfürsorgepflichtverordnung und den Reichsgrundsätzen über Voraussetzung, Art und Maß der öffentlichen Fürsorge wird 1924 einheitliches Recht für die Unterstützung von Hilfebedürftigen geschaffen. Das Arbeitsgerichtsgesetz vom 23. Dezember 1926 begründet eine einheitliche und eigenständige Arbeitsgerichtsbarkeit einschließlich der bisher fehlenden dritten Instanz, dem Reichsarbeitsgericht.

Die bedeutendste sozialpolitische Leistung der Weimarer Republik ist das Gesetz über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung, das am 1. Oktober 1927 in Kraft tritt. Nach den Risiken Krankheit, Unfall und Alter wird nun auch das Risiko der Erwerbslosigkeit abgesichert. Durch die Zahlung von Beiträgen erhält der Arbeitnehmer Anspruch auf Versicherungsleistungen bei Arbeitslosigkeit. Arbeitnehmer und Arbeitgeber leisten die Beiträge je zur Hälfte.

Das Gesetz hat allerdings einen entscheidenden Fehler. In seiner Finanzierung geht es von höchstens 700.000 Erwerbslosen aus, sodass die Arbeitslosenversicherung in der Weltwirtschaftskrise mit schließlich über sechs Millionen Arbeitslosen unweigerlich versagen muss. 1930 scheitert die letzte parlamentarisch gewählte Regierung, weil man sich über die Höhe der Beiträge nicht einigen kann.

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Kreuzung Friedrichstraße, Ecke Leipziger Straße (Blick nach Norden), Berlin.
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Georg Grosz, Drinnen und Draußen, 1926.
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Marlene Dietrich als Sängerin Lola in dem Film "Der blaue Engel", 1930.
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