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Besatzungszeit (1945-1949)

Die Siegermächte treffen sich vom 17. Juli bis zum 2. August 1945 in Potsdam, um darüber zu entscheiden, wie mit Deutschland verfahren werden soll. Sie werden vertreten von Harry S. Truman, dem Präsidenten der USA, Joseph Stalin als Generalsekretär der Kommunistischen Partei der Sowjetunion und Vorsitzender des Rates der Volkskommissare mächtigster Mann der UdSSR sowie Winston Churchill, dem Premierminister des Vereinigten Königreiches.

Sie beschließen die Entnazifizierung, die Entmilitarisierung und die Demokratisierung Deutschlands. Zur Zerstörung der deutschen Rüstungsindustrie und als Entschädigung für Kriegsschäden werden Industrieanlagen zerstört oder verlagert (Demontage). In Potsdam wird außerdem die Teilung des Landes in zunächst drei, später vier Besatzungszonen festgelegt. Die Westmächte treten Teile ihrer Besatzungszonen an Frankreich als vierte Siegermacht ab.

Nach dem Krieg ist fast die Hälfte aller Häuser und Wohnungen zerstört. Aus den Ostgebieten werden mehrere Millionen Menschen vertrieben. Der Alltag ist davon geprägt, das bloße Überleben zu sichern. Trümmer bestimmen das Straßenbild.

Durch den ideologischen Gegensatz zwischen der Sowjetunion und den westlichen Alliierten zeichnet sich schon früh die Teilung Deutschlands ab. Bei der Demokratisierung des Landes definieren die Besatzungsmächte Demokratie unterschiedlich.

Die Sowjetische Militäradministration erlaubt als erste die Gründung von Parteien in ihrem Einflussbereich. So werden nacheinander die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD), die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) und die Christdemokratische Union Deutschlands (CDU) gegründet. Die Parteien in der sowjetischen Zone müssen sich der "demokratisch-antifaschistischen Einheitsfront" anschließen. Unter dem Druck der sowjetischen Besatzungsmacht werden SPD und KPD 1946 zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) vereinigt. Auch in den westlichen Besatzungszonen werden Parteien gegründet, aber ohne inhaltliche Vorgaben der Siegermächte.

Entgegen dem in Potsdam getroffenem Beschluss, die vier Besatzungszonen als wirtschaftliche Einheit zu behandeln, bereitet die Sowjetunion in ihrer Besatzungszone die Einführung der Planwirtschaft vor. Industriebetriebe werden verstaatlicht und in "Volkseigene Betriebe" umgewandelt. Im Herbst 1945 werden in einer Bodenreform Großgrundbesitzer und ehemalige Nazis ohne Entschädigung enteignet. Bauern und Landarbeitern ohne Eigentum sowie Vertriebene (sogenannte "Umsiedler") erhalten eigenes Land. Ab 1947 lenkt die Deutsche Wirtschaftskommission die ökonomischen Prozesse in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ).

Während in den westlichen Besatzungszonen das mehrgliedrige System der Sozialversicherung fortbesteht, wird in der SBZ 1947 eine einheitliche Sozialversicherung eingeführt.

Amerikanische Versuche, eine gemeinsame, zonenübergreifende Zentralverwaltung zu schaffen scheitern am Ost-West-Konflikt. Die US-Amerikanische und die Britische Besatzungszonen werden daraufhin 1947 zum "vereinigten Wirtschaftsgebiet", auch "Bizone" genannt, zusammengeschlossen. 1948 schließt sich die Französische Besatzungszone dem "vereinigten Wirtschaftsgebiet" an; die Bizone wird zur Trizone.

Das amerikanische Wiederaufbauprogramm ERP (European Recovery Program) für Europa, der sogenannte Marshall-Plan ermöglicht ab 1947 den wirtschaftlichen Wiederaufschwung in den Westzonen. Die Währungsreform in den westlichen Besatzungszonen führt 1948 die Deutsche Mark als neue Währung ein – die bereits bestehende wirtschaftliche Teilung wird damit festgeschrieben. Die sowjetische Besatzungsmacht reagiert im Juni 1948 mit der Blockade der westlichen Sektoren Berlins. Um die Bevölkerung weiterhin versorgen zu können, richten die Westalliierten die sogenannte "Luftbrücke" ein. Bis zum Ende der Berlin-Blockade im Mai 1949 werden täglich Nahrungsmittel und Kohle eingeflogen, insgesamt über 2 Mio. Tonnen.

Mit der Gründung der beiden deutschen Staaten, der Bundesrepublik Deutschland am 23. Mai 1949 und der DDR am 7. Oktober 1949 ist die deutsche Teilung vollzogen.

- Zum Abschnitt Besatzungszeit im Audiorundgang durch die Dauerausstellung
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- Unterrichtseinheit mit Arbeitsblättern bei Lehrer-Online
- Demontage und Marshallplan (Gebärdenfilm zur Ausstellung in Berlin)

Unterrichtsmaterialien

- Fragebogen 7, Besatzungszeit PDF, 1,43 MB

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Potsdamer Konferenz, 1945 Potsdamer Konferenz, 1945
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Badende Menschen vor Soldatengräbern an der Havel in Berlin, 1945.
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Flüchtlingstreck im Spreewald, 1946.
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Auszahlung des sogenannten „Kopfgeldes“ von 40 DM in einer Ausgabestelle in München, 1948.
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